Ende Januar bin ich wieder nach Griechenland geflogen. Die Werft auf Euböa liegt so abgelegen, dass ich es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht an einem Tag schaffen konnte. Somit übernachtete ich in Athen für zwei Nächte. Ich erkundete noch einige Gässchen in Athen und schaute mir, bei regnerischem Wetter, die Akropolis an. Dort war ich zuletzt vor über 40 Jahren. Der Tempel wird nun schon seid einigen Jahrzehnten restauriert. Ich hatte den Eindruck, dass mehr als zwei Steine im Jahr nicht geschafft werden. Die Altstadt und auch die restliche Stadt fand ich sehr ungepflegt und renovierungsbedürftig. Vielleicht wurde dieser Eindruck vom Wetter beeinflusst.
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| Selbst im Winter gut besucht. |
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| Fast 2500 Jahre alt. Die Ausrichtung der Säulen und die Genauigkeit der einzelnen Fragmente sind beeindruckend. |
Mit dem Überlandbus ging es am nächsten Tag zur Werft, zur Fata Morgana. Um die Busverbindungen für diese Strecke von Athen nach Limni heraus zu bekommen, braucht es viel Geduld. Die sehr gewöhnungsbedürftigen Internetseiten der Busgesellschaften werfen mehr Fragen auf, als Antworten liefern. Man kann nicht einfach Start - und Zielpunkt eingeben und Google Maps unterstütz auch die Suche nicht. Wissenswert ist, dass jeder Bezirk seine eigene Busgesellschaft hat, die dann aber auch über mehrere Bezirke fahren können. Ich möchte das gar nicht weiter vertiefen. Ich fuhr vom Busterminal 2 nach Chalkida. Dann Umsteigen und noch mal 2,5 Stunden mit dem Bus nach Limni.
An der Werft angekommen ist es natürlich erstmal sehr spannend, ob noch alles heil ist und nichts gestohlen wurde. Und tatsächlich, ich habe das Boot in einem einbandfreien Zustand vorgefunden. Da war ich erstmal froh.
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| Alles war TOP |
Das Wetter war noch sehr durchwachsen. Im Unterschied zum Wetter zuhause, ist es auf Euböa zwischendurch immer mal wieder richtig schön. Selbst im Januar lebt man nicht immer in dieser grauen Suppe.
Leider sind die Mücken immer noch da. Sie sind sogar noch etwas gewachsen. Leider auch deren Saugrüssel....
Am Strand und auf dem Weg ins Dorf Limni habe ich erstmal tief eingeatmet und war froh, wieder auf diese schöne Landschaft schauen zu können. Es ist dort ruhig, die Landschaft mit dem Golf von Euböa und den umliegenden Gebirgen, sowie der oft sehr klare und intensive Sternenhimmel lohnen einen Aufenthalt dort.
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| Nette Aussichten auf dem Weg nach Limni |
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| Katzen gibt es an jeder Ecke |
Da es noch früh im Jahr war, hatte ich viel Zeit meine To-Do-Liste abzuarbeiten. Jeden Tag ein kleines Projekt. Zunächst war ich auf die neue Starlink-Sat-Antenne gespannt. Die Mini Antenne hat den Vorteil, dass sie sehr wenig Strom benötigt. Im Datenblatt steht max. 60W, bisher habe ich selten über 25W benötigt. Zuhause hatte ich mir schon überlegt, wie ich die Antenne befestige und mit Strom versorge. Mit 12V kommt die Antenne leider nicht aus. Ein Adapter von Space X war erforderlich. Ein 24V Umwandler hätte es auch getan. Also, zunächst musste die alte SAT-Schüssel mit allen Leitungen entfernt werden. Dies bedeutet dass ich in die Backskisten muss, Verkleidungen im Salon abnehmen, eine Kabine ausräumen. Als die Schüssel entfernt war und auch alle Leitungen, sah es im Schiff aus, wie auf einem Schlachtfeld. Erst einen Tag später habe ich die neue Stromversorgung verlegt und die Antenne montiert.
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| Die alte SAT-Schüssel hat nach 20 Jahren ausgedient. |
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| Die neue Starlink-Antenne ist montiert und ausgerichtet. Nun kommen meine Internetdaten aus dem Weltraum. |
Es dauerte gar nicht lange und die Verbindung zum Internet stand. Nun mussten noch alle Geräte mit dem Router verbunden werden. 350 Mbit/s ist doch schon mal ganz ordentlich. Bisher konnte ich mit meiner Freenet Sim-Karte immer alle Programme ohne Einschränkungen sehen. Da sich die Antenne nun in Griechenland befindet, dürfen "aus rechtlichen Gründen" viele Dinge nicht übertragen werden. So ein Unsinn. Selbst Netflix bietet mir nun andere Filme als zuhause an, oft nicht deutsch synchronisiert. Wieder ein Problem, dass ich nun lösen muss.
Wenn die Starlink-Antenne in Betrieb war, summte immer der Bilgenalarm. Sehr komisch. Nach drei Tagen waren wohl die Dioden kaputt und und das Gerät für den Bilgenalarm nahm plötzlich 20A auf. So ist Fahrtensegeln: kaum hat man ein Problem gelöst, schleicht sich das nächste ein!
Die nächste große Baustelle war das polieren des Freibords. Dazu habe ich mir eine neue Poliermaschine und entsprechende Mittelchen zugelegt. Die Werft stellt hier ein Gerüst zur Verfügung, mit dem es sich viel leichter polieren lässt als von der Leiter. Nach dem Polieren wird gewachst und dann noch alles glatt gerieben. Zwei Tage anstrengende Arbeit haben sich aber gelohnt. Die stumpfe Oberfläche ist einer spiegelglatten gewichen.
Das Unterwasserschiff hatte ich ja im Herbst schon einmal gestrichen. In diesem Jahr wollte ich es noch mindestens zwei Mal streichen, den Wasserpass und das Ruderblatt vier mal. Dazu bestellte ich noch mal 2,5l Farbe, die nach 8 Tagen auch wirklich ankamen. Alle Materialien, den ich in der Werft benötigte, habe ich bestellt. Hat sehr gut geklappt. Immerhin bin ich auf einer Insel.
Das streichen kostet auch wieder Armkraft und Geduld. Schön ordentlich, möglichst gleich dick muss das Antifouling aufgetragen werden. An den Stellen, an dem zu wenig aufgetragen wurde, bilden sich nach einem Jahr die ersten Muschelsiedlungen.
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| Jetzt noch eine Lage und später, wenn das Schiff auf dem Trailer steht, die Flächen, die jetzt von den Stützen bedeckt werden. |
Zwischenzeitlich war es so Windstill, dass ich die Segel anschlagen konnte und vor allen, den von mir zuhause nachgenähten, Lasysack wieder montieren konnte. Das klappte allein auch ganz prima. Noch ein paar Tage und ich könnte wieder ins Wasser.
Fast Täglich ging ich ins Dorf um ein paar Dinge einzukaufen und einen Cappuccino zu trinken. Diese Dorfatmosphäre gefällt mir wirklich gut. Irgendwann fühlte ich mich schon richtig heimisch. Die Menschen dort grüßen jeden Tag freundlicher, irgendwann bekam ich einen extra Nachtisch, frei Haus. Als einziger Tourist war ich natürlich bekannt.
Leider war auf dem Werftplatz kaum jemand. Nach zwei Wochen, Mitte Februar, tauchten zwei weitere Segler auf. Der eine aus England, der andere aus Australien.
Nachdem ich Wasser und Diesel mit der Sackkarre von der Tankstelle geholt hatte, machte ich den Termin fest um ins Wasser geschoben zu werden.
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| Final wird das Klebeband abgezogen. Sehr schön! |
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| Der Trailer wird untergeschoben und die Stützen entfernt. Sehr spannend, Das Boot wiegt immerhin 11t. |
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| Wieder ein Sturm aus dem Süden. Der Strand lag wieder auf der Straße. |
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| Limni |
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| Alles vorbereitet. Nun muss sich nur noch die See beruhigen. |
Bevor es ins Wasser gehen sollte, habe ich das Decke, Cockpit usw. richtig sauber gemacht und die Edelstahlrohre poliert. Alles sah nach 5 Stunden Arbeit richtig gut aus.
In der Nacht kam dann ein Regenband und ordentlich Wind. Die Yacht schaukelte auf dem Trailer und ließ mich unruhig schlafen. Als ich am Morgen raus ging, traf mich der Schlag. Das ganze Schiff war braun. Mit dem Regen und dem Wind kam mal wieder der Saharasand. Alles noch einmal. Wie oft ist mir das schon in den letzten vier Jahren passiert?
Die See hat sich leider nicht beruhig. Somit muss ich noch etwas Geduld haben. Der Werfbesitzer wundert sich über die vielen Südstürme und die starken Niederschläge in diesem Winter. Vor allem fällt ihm der hohe Wasserstand auf. Oft ist der Strand mit Wasser bedeckt. Die Sommergäste werden dann wohl auch oft auf der Straße sitzen müssen.
Ich freue mich auf den ersten Törn. Bin gespannt, wann sich das Wetterfenster dazu auftut.



















