Dienstag, 29. September 2026

Saisonende 2026, der Weg nach Euböa

Anfang September segle ich langsam wieder Richtung Euböa. Dort, in wieder in Limni verbringt die Yacht den Winter. Das Wetter ist Anfang September immer noch sehr stabile. Die Temperaturen gehen immer noch über die 30°. Langsam reicht es mit dieser Hitze. Statistisch sollen die Temperaturen ab Mitte September kühler werden. Von Kalamata aus geht es direkt zum Ende des zweiten Peleponnes Fingers, nach Gerolimenas. Eine Nacht verbrachte ich in dem nun sehr touristischen Fischerdorf. Leider kamen am Morgen die Wellen in die Bucht. 10 Seemeilen weiter versprach eine kleine, tiefe Bucht mehr Ruhe und landschaftliche Schönheit. Als ich in die Bucht fuhr war noch kein Boot dort. Direkt hinter mir kam allerdings schon ein Segler. Um frei zu Ankern war zu wenig Platz. Gerade in den Nächten dreht doch der Wind in verschiedenen Richtungen. Also musste ich den Anker so legen, dass ich mit einer Leine an Land schwimmen konnten um das Heck an Land zu befestigen. 

Natursteinverkleidete Häuser von Gerolimenas.

Der Leuchtturm am südlichen Ende des zweiten Fingers.

Fata Morgana mit Landleinen und Anker befestigt, schwimmt sie im glasklarem Wasser.
Die Bucht war wirklich sehr schön. Stille, klares Wasser und die sanften Hügel um mich herum ließen mich diese Bucht genießen. 

Leider kam zum Sonnenuntergang noch eine 50m Motoryacht und legte sich genau neben mich. Die Bediensteten sprangen umher um das Schiff sicher zu befestigen und den Eignern das Abendessen zu kredenzen. 

Leider wurde nur wenig segelbarer Wind vorhergesagt. Teilstücke konnte ich segeln, den größten Teil der Strecken musste ich mit Maschinenkraft zurücklegen. Leider! Ich fuhr dann weiter zum nächsten Finger, nach Elafonisos. Die beiden Buchten dort sind ein Traum. Überall leuchtet das Wasser vor den Sandstränden türkis. Leider blies ein kräftiger Wind entgegen. So musste ich einige Meilen gegen eine ruppige See stampfen. Als der Anker vor dem Stand ins Wasser viel, war ich sehr froh, dass es endlich ruhiger wird und ich mich entspannt zurücklegen konnte.

Mein Nachbar in Elafonisos.

Ich ankerte mit großem Abstand von dem Badebereich. Die Behörden achten in diesem Jahr sehr darauf. Wasserski fahren geht natürlich.

Mein nächstes Ziel war mal wieder ein Highlight. Nach dem Südkap des letzten Fingers ging es weitere 20 sm nach Norden, nach Gefira und Monemvasia. Gefira hat eine kleine Marina, die leider schon voll war. So ankerte ich vor dem großen Felsen. Eine Landbrücke verbindet den Felsen mit dem kleinen Dörfchen Gefira. An der Südseite bauten die Byzantiner die Festungsstadt Monemvasia. Ober auf dem Felsen steht eine große Burg. Die Stadtmauer ist noch komplett erhalten. Viele der Natursteinhäuser wurden renoviert und teils zu Hotels umgebaut. Die Anlage entstand im 6. Jahrhundert. Damals waren die Menschen sicher deutlich kleiner als heute. An vielen Eingängen muss man den Kopf einziehen. Die Gassen sind mit groben Kalksteinen belegt, die über die Jahrhunderte ordentlich glatt poliert wurden.

Monemvasia von See aus.

Gefira mit der Mole.

Ankerplatz vor dem Felsen.

In den Gassen von Monemvasia.


Abendstimmung

Kirchturm in Monemvasia

Restaurierte Kirche oben auf der Burg.

Vom Gipfel des Felsens hat man einen guten Blick auf den Ankerplatz und Gefira.


Von der Burg aus, über den Dächern von Monemvasia.


Als der starke Wind endlich nachließ, konnte ich 20 Seemeilen weiter nach Norden. Dort liegt vor dem Ort Kyparissi eine ruhige Bucht für die Nacht. Die Kulisse in der Bucht war wieder sehr schön. Die Hänge rundherum waren grün, das Wasser war wieder sehr klar. Sehr schön fand ich auch den Weg ins Dorf. Mit Hilfe einer Spende wurde ein Weg direkt an der Küste angelegt. Im Dorf finden sich mal wieder einige Tavernen und Cafes. Zum Abend ein sehr lohnender Spaziergang.

In der Bucht Kyparissi. Wieder eine Motoryacht mit Bedienstete.

Kyparissi vor der gebirgigen Kulisse.

Im Dorf.

Anleger in Kyparissi.

Die Bucht und das dahinter liegende Gebirge sind eine tolle Landschaft.

Einen Schlag ging ich noch weiter nach Norden, bevor es Richtung Hydra usw. geht. In Leonidio gibt es einen kleinen Hafen in dem ich gut liegen konnte. Leonidio liegt vor einer imposanten Felswand. Natürlich wird diese Wand beklettert. Freunde von mir haben dort eine 8 Seillängenroute erst bestiegen. Das wollte ich mir natürlich ansehen. Unter der Wand stehend wurde sogleich mein Sportkletterherz geweckt. Lange muss ich auf die Wand starren, bis ich die Route meiner Freunde fand. Die beide haben einen tollen Weg durch die zentrale Wand gefunden und mit 100 Bohrhaken abgesichert. Tolle Arbeit!

Das Dörfchen ist sehr schön. Vieles wurde renoviert. Einige Läden mit Ausstattungen für den Klettersport haben sich dort niedergelassen.

Der Hafen unterhalb von Lionidio.

Die imposante Felswand.



Einkaufsmeile in Lionidio.
Endlich kam der Tag mit dem richtigen Wind um mal wieder ordentlich zu Segeln. Vom Hafen bis zur Bucht in Dokos, hinter Spezes konnte ich endlich mal segeln. Die Bucht in Dokos habe ich gewählt, weil sie vor den vorherrschenden Südwestwinden schützt und wahrscheinlich ziemlich leer sein müßte, da es dort keine Infrastruktur gibt. Als ich um die Ecke kam und in die Bucht fuhr, traute ich meinen Augen nicht: neben ein paar Seglern und Katamaranen lagen 12 dicke Motoryachten in der Bucht. Wie viele Multimilionäre mir ihren Yachten durch Griechenland schippern,erstaunt mich doch sehr. 

Endlich wieder unter Segel.


Zu fressen gab es dort eigentlich nichts.

Die Frau rief ihre Ziegen zum essen.

Eine besondere Sichtung

Zum Sonnenuntergang legten viele dieser Yachten wieder ab. Am nächsten Morgen erkundete ich die Insel. Die Vegetation war sehr ausgetrocknet. Etwas oberhalb lebt eine Frau mit ihren Ziegen und zwei Eseln. Sogar eine Landschildkröte konnte ich entdecken. Schon etwas besonderes.

Die nächste Station war dann mal wieder Poros. Diese Insel und das nette Dorf konnte ich mal wieder nicht links liegen lassen. Auf dem Weg dort hin, war auffällig wie viele Katamarane um mich herum schipperten. Unglaublich viele Charteryachten befahren den Bereich zwischen Poros und Hydra. Die See war bis Poros sehr aufgewühlt. Somit war ich froh dann endlich in den südlichen Einfahrtskanal einfahren zu können. Sofort wurde das Wasser ruhig und das schöne Städtchen erschien. Es ist immer wieder schön dort anzukommen. Eigentlich wollte ich gleich bis zum Ankerplatz durchfahren. Vor mir legte plötzlich ein Katamaran ab. Die Lücke war sehr einladend. Vor allem ist die Südseite der Stadtmauer am ruhigsten. Sogleich ließ ich mich im Kanal treiben um Leinen und Fender fertig zu machen. Um mich herum kamen laufend Yachten. Beim Anker legen und rückwärts einparken musste ich immer wieder hupen und mit Handzeichen den Durchgangsverkehr auf mein Manöver aufmerksam machen. Wirklich verrück, was da los ist.

Im Kanal nach Poros

Hier an der Südseite liegt man recht ruhig. Die Starkwind Böen waren kaum zu spüren.

Poros

von oben

Das sehr sichere Ankerfeld von oben.


So schön ich auch Poros finde. Die vielen Yachten, Menschen usw. empfinde ich dann irgendwann abstoßend. Ein ständiges kommen und gehen und der An - Ablegestress auf der Nordseite nerven irgendwann.

Nach zwei Tagen legte ich wieder ab um einen Schlag nach Osten zu machen, zum Festland unterhalb von Athen. Das war allerdings dann doch einen Tag zu früh. Der starke Ostwind hat eine ordentliche Welle aufgebaut. Die letzten 10 Seemeilen bis zur großen Bucht Anavissou Bay waren sehr anstrengend. In der Bucht, vor Palaia Fokaia blies es mit stetigen 30 Knoten. Auf dem Weg zum Ankerkasten musste ich mich richtig festhalten. Die Bucht ist sehr groß, das Wasser ist sehr ruhig. Endlich lag ich sicher und konnte mich entspannen.


Ein Blick über die weite Bucht.

Vier Tage lang schoss der Meltemi über die Bucht. Nochmal wollte ich nicht gegen die See und Wind stampfen. Früh Morgens bin ich dann um das Kap Sounio geschippert, unterhalb des Poseidon Tempels. Die Landschaft mit den vielen Buchten und den Tempel oben auf dem Hügel sind schon sehr beeindruckend. Als es dann wieder Richtung Norden ging, kamen auch wieder die steilen Wellen auf den Bug zugerollt. Diesmal bin ich nach einer Stunde in den Hafen von Lavrio abgebogen.

An einem Schwimmsteg einer Charterbasis fand ich ein ruhiges Plätzchen für die nächsten drei Tage.

Der Poseidon Tempel.

Lavrion


In dem großen Hafen von Lavrion befinden sich viele Charterbasen, Fähranleger und auch Anleger für große Frachtschiffe.

Als der Nordwind endlich nachließ und die See sich wieder beruhigt hat, legte ich Kurs nach Norden an, es ging wieder nach Euböa. Auf diesem Weg begibt man sich, wenn der Meltemi mal Luft holt. Ich bin gleich bis Ormos Sykies gefahren, 36 Seemeilen. Zwei Tage später setzte der Norder wieder ein. Dann allerdings mit dicken Wolken im Gepäck. Es wird Herbst in Griechenland!

Ormos Sykies war eine besonders ruhig Bucht. Ich hörte die Kinder in den wenigen Häusern, die Vögel hörten sich richtig laut an. In der Nacht schien der Vollmond in die Bucht und erhellte diese tolle Kulisse. An Land konnte ich nicht so viel erkunden. Zu viel war eingezäunt und ummauert.

Ich fuhr dann weiter nach Aliveri. Ein Hafen vor einem Dorf und einem Zementwerk zu Rechten. Der Hafen liegt leider in einer Windschneise. Ansonsten werde ich hier mit Wasser, Strom und einem sehr ruhigen Wasser versorgt. Die nächsten drei Tage soll ein Tief mit Böen über 35 kn über den Hafen ziehen. Etwas zu viel für meinen Geschmack. So ziehe ich morgen weiter und suche mir eine Ecke mit weniger Wind.

Auf dem Weg nach Euböa.

Das war noch nicht die richtige Bucht.

Hier lag ich deutlich besser. 

Die Abende in der Bucht sind immer etwas Besonderes.



Leider drehte der Wind am nächsten Tag.

Hafen Aliveri.

Die Burgruine oberhalb der Stadt.


Das Zementwerk im Hintergrund.