Der Weg von Aliveri nach Limni war durch zwei Tiefdruckgebieten und Reparaturen geprägt. Aliveri liegt eigentlich sehr günstig wenn der Meltemi die Böen über das Gebirge jagt. Allerdings liegt die Mole in direkter Linie zu einem Tal, durch das der Wind verstärkt und kanalisiert direkt auf die dort liegenden Boote trifft. 10 Meilen weiter westlich, in Eritrea sollte der Wind durchschnittlich 10 - 15 kn weniger an Stärke erreichen. Nur liegt man dort vor Anker. Etwas hin - und hergerissen lief ich vor dem Sturm am Morgen aus und fand den Fährhafen, in dem Yachten ankern können, fast windstill vor. Die Windstärke am nächsten Tag steigerte sich dann doch auf 20 Knoten, in Aliveri waren es 35 kn. Der Ankergrund war sehr gut, ich lag sicher und konnte deshalb sorgenfrei die Gegend erkunden.
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| Auf dem Weg nach Eritrea mit meinem Nachbarn aus Bremen. |
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| Auf der Rückseite der Front gibt es einen Regenbogen. |
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| Hafen von Eritrea. |
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| Wenn die Sonne wieder scheint, sieht die Welt doch viel freundlicher aus. |
Die Ladung der Batterie war plötzlich auffällig. Als alle Fehlerquellen ausgeschlossen werden konnten, war klar, dass ich eine neue Lichtmaschine brauchte. In der Hauptstadt von Euböa, in Chalkida, erhoffte ich eine zu bekommen. Ich legte mich vor die Brücke vor Anker und fragte mich durch die Fachgeschäfte. Bei einem Autoteileladen wurde ich fündig. Die erste Lichtmaschine, die ich dort bekam, passte nur so eben. Dabei musste ich einen Kühlwasserschlauch etwas eindrücken. Das gefiel mir so nicht. Eine Alternative konnte bestellt werden und lag am nächsten Tag zur Abholung bereit im Laden. Zwei Stunden später war sie eingebaut und alles funktionierte wieder. Es ist immer etwas mulmig, wenn vor Anker liegend der Motor nicht gestartet werden kann und noch nicht klar ist wie der Schaden behoben werden kann.  |
| Früh am Morgen ging es nach Chalkida. |
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| Vor Chalkida liegt an einer Werft dieser schöne Viermaster. |
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| Vor der Autobahnbrücke in Chalkida. |
In Chalkida gibt es viele gute Geschäfte um Lebensmittel, Ersatzteile und auch einen neuen Topper für meine Koje zu kaufen. Nachdem ich alles besorgt hatte und die Wäsche aus der Wäscherei abgeholt hatte, meldete ich mich für die Brückendurchfahrt an. Immer Nachts wird die Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet für die Passage der auf beiden Seiten wartenden Schiffe geöffnet. Ich war dann erst um 2 Uhr 30 auf der anderen Seite. Diese lange Wartezeit kann schon nerven. Es ist sehr dunkel, alle sind müde und warten den ganzen Abend auf die ersehnte Durchsage über Funk. Anker auf, langsam vortasten. Dann werden alle Schiffe der Reihe nach aufgerufen. Die Strömung war leicht in meine Fahrtrichtung, somit war die Durchfahrt sehr leicht. Das Anlegen auf der anderen Seite war auch sehr einfach. Als ich im Bett lag war ich sehr froh. Es ist doch immer etwas spannend. |
| Liegen am Stadtkai. |
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| Gezeitenstrom an der Brücke. |
Als ich den Anker in der Nacht barg, hörte sich das Einlaufen der Kette irgendwie anders an. Es entstand auch eine ordentliche Schwingung in der Kette. Am nächsten Tag konnte ich den Fehler sehen: die Kunststoffrolle, über die die Kette läuft war total zerfetzt. Ich war froh, dass ich in Chalkida eine Neue erstehen konnte. Um diese zu wechseln muss ich am Ankerbeschlag ein schweres Trittblech entfernen. Das ging erst in Politikon. Dort konnte ich vor Heckanker mit dem Bug sehr nah an die Betonwand fahren. |
| Leider passte die Rolle nicht auf Anhieb. Eine Seite kürzte ich, dann passte es. |
Leider kam der Schwell am Abend wieder genau in den Hafen. Das war mir zu ungemütlich. Am nächsten Tag fuhr ich bei völliger Flaute weiter nach Limni. Immer in der Hoffnung eines der sehr wenigen Liegeplätze zu bekommen. Auf der Fahrt konnte ich die Segel abschlagen und in der Kabine verstauen. Das Schlauchboot rollte ich noch auf. Die letzten Tage wurden eingeleitet. Ich bekam doch den optimalen Liegeplatz im Hafen. Es tat gut wieder in Limni zu sein. Ich blieb eine Woche im Hafen. Es war noch zu früh um an Land zu gehen. So konnte ich ein paar Wanderungen machen und den nächsten Sturm abwettern. Der Hafen schützt doch sehr. Kaum Schwell und die Windanzeige ging selten über 30 kn. In einigen Bereichen vorm Festland bis Poros wurden Böen über 50 kn gemessen. Auf Euböa regnete es auf der NE-Seite sehr stark. Einige Straßen wurden unterspült, eine Warnung vom Katastrophenschutz wurde auf jedes Handy auf der Insel gesendet.Das Wetter beruhigte sich, Zeit an Land zu gehen. Früh um acht fuhr ich zur Werft. Direkt vorm Strand dort war kaum noch Schwell zu spüren. Das Fahren auf den Trailer und der Transport über den Strand zum Platz verlief sehr problemlos. Der Hochdruckreiniger beseitigte die Spuren der Saison.
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| Limni voraus. |
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| Bester Liegeplatz im Gästebereich. |
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| Limni von oben. |
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| Die Farben werden im Herbst, nach einem Sturm sind sehr schön. |
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| Die Berge waren nach dem Sturm schneebedeckt. So sah es auch aus als ich von hier im Februar gestartet bin. 4 Tage zuvor hatte ich noch 30 Grad im Schiff. |
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| Der Trailer von der Werft steht schon auf dem Strand. |
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| Der Radlader zieht an, die Kieselsteine stöhnen unter dem hohen Gewicht. |
In den letzten 10 Tagen an Bord führte ich die üblichen Arbeiten durch. Ölwechsel, Schraube reinigen, streichen, fetten. Das Unterwasserschiff schleifen......Über 1000 Seemeilen segelte ich wieder durch die griechischen Gewässer. Griechenland ist schon durch die vielen Ankermöglichkeiten, der gebirgigen Landschaft im Hintergrund, die vielen Inseln und der immer sehr freundlichen Lokals ein sehr schönes Segelrevier. Der Sommer ist mir allerdings zu heiß und die Marinas, in der ich die Yacht mal unbeaufsichtigt liegen lassen kann, zu wenig. Im nächsten Jahr versuche ich mal das Mittelmeer zu verlassen. Ich bin gespannt, wie weit ich komme. Ich werde berichten!