Sonntag, 24. April 2022

Letzte Vorbereitungen

Das Schiff ist nun schon wieder wohnlich eingerichtet. Ein paar Nächte habe ich schon wieder an Bord verbracht. Vor allem in der ersten Nacht hat es ordentlich gestürmt. Die Spanngurte am Mast vibrierten und die Leinen knarrten an den Klampen. Kleine Wellen klatschen gegen den Rumpf, das Boot wurde ordentlich bewegt. Auch wenn ich immer wieder von den Bewegungen geweckt wurde, war ich froh, wieder mit dem Boot zu schwimmen.

Vor vier Jahren habe ich mal ein Notruder gebaut. Den Aufbau probierte ich mal wieder aus, damit ich, wenn es mal erforderlich wird, alle Teile dazu wiederfinde und die Installation gut funktioniert. Es besteht doch aus vielen Teilen, die ich erst einmal finden musste. Es dauerte doch etwas bis das Ruder wieder montiert war. Es macht einen ganz soliden Eindruck. Ausprobieren konnte ich es nicht, da eine Stütze vom gelegten Mast im Weg war.

Ich hoffe, dass ich das Ruder nie einsetzten muss

Nach der Demontage verstaute ich alle Teile so, dass ich sie schnell wiederfinde, falls es erforderlich wird.

Da mein AIS-Transponder immer wieder den GPS-Fix, die Position verliert, wurde mir empfohlen eine externe Antenne zu installieren. Leider schaltet das Gerät nicht von interner zur externen Antenne um. Das Gerät ist nun schon 2,5 Wochen beim Hersteller. Hoffentlich kommt es funktionsbereit und frühzeitig zurück.

Am 07.Mai soll es los gehen. Bis dahin muss noch einiges an Bord gebracht werden und vorbereitet werden. Ich bin schon ganz gespannt.


Mittwoch, 30. März 2022

Wir schwimmen wieder

Endlich ging es wieder ins Wasser. Viel Sonnenschein im März motivierte zusätzlich einen frühen Krantermin zu vereinbaren. Auch wenn ich nun schon einige Male das Schiff am Kranhaken gesehen habe, ist es doch immer ein wenig spannend. Wenn die Gurte sich straffen knirscht es ein wenig und die 11t heben sich an und werden über den Asphalt zum Wasser gedreht. Jetzt sollte bitte bitte kein Gurt reißen oder verrutschen.

Es ging alles gut. Nach kurzer Zeit schwamm die Fata Morgana wieder. Bevor die Gurte gelöst wurden, kontrollierte ich noch, ob alles dicht ist. Alles war dicht. Der Motor sprang sofort an, nach kurzer Zeit kam auch das Kühlwasser aus dem Auspuff. Alles bestens.

Bevor ich zu meinem Liegeplatz fahren konnte, musste ich noch den winterlichen Dreck und vor allem den Saharastaub vom Deck waschen. Eine dunkle Brühe lief über das frisch polierte Freibord. Richtig sauber wird das Deck sicher erst nach der zweiten Reinigung. Einige Teile des Decks werde ich noch polieren und wachsen.

Ich bin dann noch eine Runde über den Kanal gefahren. Offensichtlich habe ich die Antriebswelle und die Schraube richtig installiert. Alles funktioniert. Am Liegeplatz konnte ich dann im Cockpit Kaffee und Kuchen genießen. Endlich, die Saison hat begonnen!



Sonntag, 20. März 2022

Frühjahrsarbeiten vor dem Kranen

Mittlerweile steht die Sonne auch schon mal 11 Stunden am Himmel und wärmt im Tagesverlauf den Hafen auf. Das Frühjahr mit der neuen Segelsaison steht vor der Tür. Vor zwei Wochen habe ich schon mal die Plane entfernt. Ich konnte schon den ersten Kaffee, hoch und trocken, im Cockpit genießen. Es stellt sich eine gewisse Vorfreude ein. Bis es soweit ist und das Boot wieder schwimmt, standen noch einige Arbeiten an. Am anstrengendsten war das Polieren des Freibords von der Leiter aus. Immer wieder wollte mich die Maschine von der Leiter schubsen. Nach dem Polieren muss noch gewachst und nachpoliert werden. Danach hatte ich drei Tage Muskelkater.

24 m Freibord glänzen wieder

Nach dem Polieren muss das Unterwasserschiff abgerieben und 2 - 3 mal mit Antifoulingfarbe gestrichen werden. Dazu muss der Bootskörper min. 7 Grad warm sein. Allerdings trocknet die Farbe in der Sonne sehr schnell. Der richtige Zeitpunkt erleichtert die Arbeit.


Jetzt sieht wieder alles ganz schön aus. In ein paar Wochen im Wasser verändert sich der Glanz ganz schnell.

Unter den Stützen streiche ich noch in den nächsten Tagen. Danach kann es wieder ins Wasser gehen. Den Propeller und den Saildrive habe ich auch noch mit Antifouling behandelt. 





Dienstag, 22. Februar 2022

Zwei Wochen Mallorca

Um den Winter etwas zu verkürzen, bin ich für 14 Tage nach Mallorca gefahren. Bei gutem Wetter konnte ich das mediterrane Klima und die schöne Insel genießen. Mit dem Rad geht es immer ordentlich auf und ab. Die unzähligen Wandermöglichkeiten machen viel Spaß. Einige Buchten und Häfen habe ich besucht und schon mal geschaut, wo ich gut liegen kann. Das Mittelmeer ruft. Mal sehen, wann ich mit meiner Fata Morgana dort ankomme.











Winterlager

Der Winter nimmt mal wieder kein Ende! Zeit und Gelegenheit den neuen Törn zu planen und vorzubereiten. Die Wartungsliste war in diesem Winter gar nicht so lang. Trotzdem finde ich doch immer wieder einiges das auch verbessert werden kann. Hier mal eine kleine Aufzählung der letzten Arbeit, damit erahnt werden kann, mit was ich den Winter so verbringe:

Unterwasserschiff reinigen und anschleifen, Kuchenbude, Persenning und co nähen und imprägnieren, Blister nähen, Ankerwinde fetten und reinigen, neue Kette und Anker einbauen, Ruder ausbauen und Ruderanlage kontrollieren und warten, Motorraumbeleuchtung installieren, Wassermelder Bilge, Rauchmelder Motorraum und Salon, zweiten Gasanschluss für ausländische Gasflaschen installieren, Windfahnenhalter neu eindichten, Simmerringe am Saildrive wechseln, Schiffsschraube warten, Display vom Motorstundenzähler wechseln.....

Die anstrengendsten Arbeiten, das streichen des Unterwasserschiffes und das polieren des Freibords warten noch auf das richtige Wetter. Dazu sollte es endlich mal wieder trocken und min. 10° warm sein.

geduldiges Warten auf die neue Saison 2022

Eine Schraube war korrodiert und der Propellerkopf ließ sich nur mit Wärme und ein paar Tricks lösen

Viel Mühe machte das demontieren des Varioprofile Propellers und der Ausbau der Welle. Gut, dass ich das gemacht habe. Etwas Wasser, durch eine leichte Undichtigkeit an den Simmerringen war schon im Öl vorhanden. Neben den Gleitflächen zur Wasserseite hatte sich schon eine dicke Kruste gebildet. Jetzt ist wieder alles schön! Schraube gefettet, geschliffen und mit Antifouling lackiert. Den Saildrive habe ich auch noch mal mit einer 2 Komponenten Epoxifarbe gestrichen, damit kein Seewasser kontakt zum Aluminium hat und damit eine elektrolytische Korrosion entstehen kann.

An den letzten Tagen wurde das Schiff mit der großen Abdeckplane ganz ordentliche von den durchziehenden Stürmen malträtiert. Wundersamerweise ist noch alles heil. Der gelegte Mast unter der Plane wird in den Orkanböen ganz ordentlich belastet. Noch liegt er oben ;-).

Gestern habe ich alle sicherheitsrelevanten Dinge geprüft. Die Rettungsinsel wurde gewartet, die Westen sind dicht.... leider funktionieren die AIS- MOB Transmitter nicht richtig. Die sollen ein AIS und ein DSC-Signal absenden, damit man über das Funkgerät erfährt, dass jemand über Bord gegangen ist und auf dem Kartenplotter soll die Position der Person angezeigt werden. Genau das funktioniert in der Testfunktion nicht. Das muss noch geregelt werden. Der EPIRB funktioniert einwandfrei.

Im April soll das Schiff wieder ins Wasser und ausgerüstet werden. 

Es wird Zeit!




Montag, 13. Dezember 2021

Das Jahr 2021

Nach eineinhalb Jahren Ruhe auf unserem Blog, heute mal ein Update.

Den letzten Winter lag die Fata Morgana an Land in Castrop-Rauxel. Sehr nahe gelegen konnte ich die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten und Verbesserungen durchführen. Der Winter war wieder lang. In diesem Jahr hatten wir wieder einen Sommerliegeplatz an der Teerhofinsel in Bad Schwartau. Im April überführten wir das Schiff. Sechs Tage lang ging es teilweise mit Schneesturm über die Kanäle zur Ostsee. Zur Überführung durften wir eine Nacht in einer Marina übernachten. Da die Marinas in den Kanälen für uns oft zu flach sind, übernachteten wir zumeist an den Spundbohlen. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass die Saison in der Ostsee erst spät beginnen wird. 

Schleuse Anderten
Schleuse Anderten


Schneetreiben auf dem Mittellandkanal

Das Hebewerk beförderte uns auf das Niveau der Elbe


Nur das neue Großsegel fehlt noch
Die lange Überführung hat doch trotz des schlechten Wetters Spaß gemacht. Abschließend besuchten wir noch Lübeck und genossen unser erstes Fischbrötchen. An der Teerhofinsel stellten wir dann den Mast und bauten die Fata Morgana wieder zu einem Segelboot um.


Bis Anfang Juni waren die Häfen geschlossen. Kurze Törns bin ich dann allein gesegelt. Habe das Boot ausprobiert und war vor allem sehr gespannt wie gut sich das neue Großsegel macht. Zur Übernachtung lag ich oft in der Trave oder an den Inseln vor Anker. Corona ließ uns in keinen Hafen.
Eigentlich hatte ich geplant nach Stockholm zu segeln. Ohne Häfen macht das keinen Spaß. Somit habe ich beschlossen in der Lübecker Bucht zu bleiben und im Juli mit Ute Rund Seeland, mit einem Abstecher nach Schweden zu segeln.
Das Wetter war die ganze Saison über sehr wechselhaft. Entweder viel Wind oder gar kein Wind und immer zu kalt für den entsprechenden Monat. Das Hochdruckgebiet lag in Osteuropa über Monate fest.
Als Mecklenburg Vorpommern auch die Häfen öffnete, begann wieder die Saison für die Meisten. Viele Yachten blieben an Land.
Neustadt, Fehmarn, Grömitz, Poel usw. fuhr ich einige Male an, es machte wieder richtig Spaß. Ich verbrachte viel Zeit an Bord.

Das neue Groß steht prächtig

Das letzte Bier aus der Karibik auf dem Ankerplatz auf der Trave

Kopenhagen


Kerteminden
Anfang Juli starteten wir unseren Sommertörn. Ute war endlich wieder an Bord. Nach unserer langen Reise das erste Mal, dass wir wieder zusammen auf Fahrt gingen. Mittlerweile waren die Häfen schon sehr voll. Unsere erste Nacht verbrachten wir vor Orth auf Fehmarn vor Anker. Endlich wieder frei schwojend Übernachten. Weiter ging es über Spodsbjerg, Kerteminden, Ballen auf Samsö nach Hundested. Dann weiter über Nyköbing nach Gilleleje. Unsere alten Rutinen stellten sich wieder ein. Das Wetter war bis dahin erst wechselhaft, dann sehr sonnig und kein Wind. Nur in Nyköbing haben wir ein Regenband abgewettert. Die Häfen waren alle brechend voll. Irgendwie haben wir immer einen Platz gefunden. 

Klintholm

Timmendorf auf Poel
Das war auch der Grund, warum wir nicht mehr nach Anholt gesegelt sind. Wir haben uns Livebilder über die Webcam in der Marina Anhold angesehen. Jeden Abend war der Hafen voll. Wir haben uns entschlossen nur einmal über den Öresund zu Segeln und nach Viken zu gehen. Ein schnuckeliges Örtchen mit einem langen Strand. Hier bekamen wir auch gefühlt den letzten Liegeplatz. Ab Viken ging es wieder Richtung Süden, der Heimat entgegen.

In Helsingör verbrachten wir ein paar Tage, sowie auch in Kopenhagen. Dort bekamen wir zwischendurch Besuch. In Dänemark schien man Corona nicht mehr zu kennen. Selten sahen wir Menschen mit Masken. Die Fußgängerzonen waren überall voll. Es wurde darauf geachtet, dass die Hände desinfiziert wurden. Ich dachte immer, dass der Virus sich im Wesentlichen über die Luft überträgt. Wir haben uns nicht angesteckt. In Kopenhagen war der Incidenzwert schon wieder über 120.
Der Wind frischte auf 5 -6 Bft aus West auf. Auf der Rückfahrt hatten wir oft Starkwind aus West. Mit ordentlich Speed ging es über Klintholm, Gedser, Timmerndorf auf Poel, Boltenhagen und Travemünde zurück nach Bad Schwartau. Es war ein richtig schöner Törn, der viel zu früh zu Ende ging. Ich hätte noch Wochen so weiter fahren können.

Sonnenuntergang in Gedser

Der August wurde schon sehr wechselhaft. Auf einem Wochentörn mit zwei Freundinnen erlebten wir wieder Sonne und Wolken im Wechsel. Wir machten uns eine schöne Zeit in der Lübecker Bucht. 

Mückenalarm auf Rügen
Im September blieb es wechselhaft, aber auch schon kälter. Mit zwei Freunden fuhr ich noch einmal eine große Runde über Dänemark und Rügen. Gerade auf dem Törn, wir wollten eigentlich bis Ystad, war der Wetterbericht sehr unzuverlässig. Für die zweite Woche war lange Zeit Ostwind angesagt. Für uns genau die richtige Prognose. Wir hatten in der zweiten Woche genau 5 Stunden östlichen Wind. Den nutzten wir um von Warnemünde nach Grömitz zu segeln. Danach kam schon wieder das nächste Tief mit SW 5-6 Bft. Hätten wir dem Wetterbericht geglaubt, wären wir in Ystad verhungert. Auch der Törn war sehr schön. 


Strahlsund von Oben

Während dieser Zeit organisierte ich schon das Ende der Saison. Im Rückblick war die Saison viel zu kurz. Nach diesem Jahr spüre ich wieder die Motivation auf eine längere Fahrt zu gehen.

Schleuse Ülzen nach Sonnenuntergang
Zurück am Sommerliegeplatz sagte ich meinen Sommerliegeplatz für das Jahr 2022 ab. Es soll doch noch ins Mittelmeer gehen.

Im Oktober fuhren wir wieder zu zweit über die Kanäle nach Castrop. Zunächst hatten wir viele bedenken wegen der oft defekten Schleusen und dem Hebewerk in Scharnebeck. Selten warteten wir so wenig. Vom Mast legen bis zur AMC - Marina lief alles reibungslos.

Jetzt liegt unsere Fata Morgana wieder an Land. Fast vergessen. Im Oktober bekamen wir dann doch endlich unsere neue Sprayhood. Endlich. Die Alte zerfiel schon bald.



wieder zurück in Castrop

die neue Sprayhood

Freitag, 3. Juli 2020

Wieder zu Hause - in Bad Schwartau

Heute sind wir die letzten Meilen von Neustadt nach Bad Schwartau gefahren. Hier befindet sich unser Sommerliegeplatz. Damit ist unsere lange  Reise zu Ende. Nach 14 Monaten und 10500 Seemeilen verlasse ich, ich hoffe für eine nur kurze Zeit, die Fata Morgana und fahre morgen zunächst nach Hause. Froh, dass alles so gut geklappt hat und auch ziemlich wehmütig. Es war eine unglaubliche Zeit mit sooo vielen neun Eindrücken, Erlebnissen, Herausforderungen.... 

Mal sehen wohin uns der Wind in Zukunft hin weht.