Dienstag, 22. Februar 2022

Zwei Wochen Mallorca

Um den Winter etwas zu verkürzen, bin ich für 14 Tage nach Mallorca gefahren. Bei gutem Wetter konnte ich das mediterrane Klima und die schöne Insel genießen. Mit dem Rad geht es immer ordentlich auf und ab. Die unzähligen Wandermöglichkeiten machen viel Spaß. Einige Buchten und Häfen habe ich besucht und schon mal geschaut, wo ich gut liegen kann. Das Mittelmeer ruft. Mal sehen, wann ich mit meiner Fata Morgana dort ankomme.











Winterlager

Der Winter nimmt mal wieder kein Ende! Zeit und Gelegenheit den neuen Törn zu planen und vorzubereiten. Die Wartungsliste war in diesem Winter gar nicht so lang. Trotzdem finde ich doch immer wieder einiges das auch verbessert werden kann. Hier mal eine kleine Aufzählung der letzten Arbeit, damit erahnt werden kann, mit was ich den Winter so verbringe:

Unterwasserschiff reinigen und anschleifen, Kuchenbude, Persenning und co nähen und imprägnieren, Blister nähen, Ankerwinde fetten und reinigen, neue Kette und Anker einbauen, Ruder ausbauen und Ruderanlage kontrollieren und warten, Motorraumbeleuchtung installieren, Wassermelder Bilge, Rauchmelder Motorraum und Salon, zweiten Gasanschluss für ausländische Gasflaschen installieren, Windfahnenhalter neu eindichten, Simmerringe am Saildrive wechseln, Schiffsschraube warten, Display vom Motorstundenzähler wechseln.....

Die anstrengendsten Arbeiten, das streichen des Unterwasserschiffes und das polieren des Freibords warten noch auf das richtige Wetter. Dazu sollte es endlich mal wieder trocken und min. 10° warm sein.

geduldiges Warten auf die neue Saison 2022

Eine Schraube war korrodiert und der Propellerkopf ließ sich nur mit Wärme und ein paar Tricks lösen

Viel Mühe machte das demontieren des Varioprofile Propellers und der Ausbau der Welle. Gut, dass ich das gemacht habe. Etwas Wasser, durch eine leichte Undichtigkeit an den Simmerringen war schon im Öl vorhanden. Neben den Gleitflächen zur Wasserseite hatte sich schon eine dicke Kruste gebildet. Jetzt ist wieder alles schön! Schraube gefettet, geschliffen und mit Antifouling lackiert. Den Saildrive habe ich auch noch mal mit einer 2 Komponenten Epoxifarbe gestrichen, damit kein Seewasser kontakt zum Aluminium hat und damit eine elektrolytische Korrosion entstehen kann.

An den letzten Tagen wurde das Schiff mit der großen Abdeckplane ganz ordentliche von den durchziehenden Stürmen malträtiert. Wundersamerweise ist noch alles heil. Der gelegte Mast unter der Plane wird in den Orkanböen ganz ordentlich belastet. Noch liegt er oben ;-).

Gestern habe ich alle sicherheitsrelevanten Dinge geprüft. Die Rettungsinsel wurde gewartet, die Westen sind dicht.... leider funktionieren die AIS- MOB Transmitter nicht richtig. Die sollen ein AIS und ein DSC-Signal absenden, damit man über das Funkgerät erfährt, dass jemand über Bord gegangen ist und auf dem Kartenplotter soll die Position der Person angezeigt werden. Genau das funktioniert in der Testfunktion nicht. Das muss noch geregelt werden. Der EPIRB funktioniert einwandfrei.

Im April soll das Schiff wieder ins Wasser und ausgerüstet werden. 

Es wird Zeit!




Montag, 13. Dezember 2021

Das Jahr 2021

Nach eineinhalb Jahren Ruhe auf unserem Blog, heute mal ein Update.

Den letzten Winter lag die Fata Morgana an Land in Castrop-Rauxel. Sehr nahe gelegen konnte ich die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten und Verbesserungen durchführen. Der Winter war wieder lang. In diesem Jahr hatten wir wieder einen Sommerliegeplatz an der Teerhofinsel in Bad Schwartau. Im April überführten wir das Schiff. Sechs Tage lang ging es teilweise mit Schneesturm über die Kanäle zur Ostsee. Zur Überführung durften wir eine Nacht in einer Marina übernachten. Da die Marinas in den Kanälen für uns oft zu flach sind, übernachteten wir zumeist an den Spundbohlen. Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass die Saison in der Ostsee erst spät beginnen wird. 

Schleuse Anderten
Schleuse Anderten


Schneetreiben auf dem Mittellandkanal

Das Hebewerk beförderte uns auf das Niveau der Elbe


Nur das neue Großsegel fehlt noch
Die lange Überführung hat doch trotz des schlechten Wetters Spaß gemacht. Abschließend besuchten wir noch Lübeck und genossen unser erstes Fischbrötchen. An der Teerhofinsel stellten wir dann den Mast und bauten die Fata Morgana wieder zu einem Segelboot um.


Bis Anfang Juni waren die Häfen geschlossen. Kurze Törns bin ich dann allein gesegelt. Habe das Boot ausprobiert und war vor allem sehr gespannt wie gut sich das neue Großsegel macht. Zur Übernachtung lag ich oft in der Trave oder an den Inseln vor Anker. Corona ließ uns in keinen Hafen.
Eigentlich hatte ich geplant nach Stockholm zu segeln. Ohne Häfen macht das keinen Spaß. Somit habe ich beschlossen in der Lübecker Bucht zu bleiben und im Juli mit Ute Rund Seeland, mit einem Abstecher nach Schweden zu segeln.
Das Wetter war die ganze Saison über sehr wechselhaft. Entweder viel Wind oder gar kein Wind und immer zu kalt für den entsprechenden Monat. Das Hochdruckgebiet lag in Osteuropa über Monate fest.
Als Mecklenburg Vorpommern auch die Häfen öffnete, begann wieder die Saison für die Meisten. Viele Yachten blieben an Land.
Neustadt, Fehmarn, Grömitz, Poel usw. fuhr ich einige Male an, es machte wieder richtig Spaß. Ich verbrachte viel Zeit an Bord.

Das neue Groß steht prächtig

Das letzte Bier aus der Karibik auf dem Ankerplatz auf der Trave

Kopenhagen


Kerteminden
Anfang Juli starteten wir unseren Sommertörn. Ute war endlich wieder an Bord. Nach unserer langen Reise das erste Mal, dass wir wieder zusammen auf Fahrt gingen. Mittlerweile waren die Häfen schon sehr voll. Unsere erste Nacht verbrachten wir vor Orth auf Fehmarn vor Anker. Endlich wieder frei schwojend Übernachten. Weiter ging es über Spodsbjerg, Kerteminden, Ballen auf Samsö nach Hundested. Dann weiter über Nyköbing nach Gilleleje. Unsere alten Rutinen stellten sich wieder ein. Das Wetter war bis dahin erst wechselhaft, dann sehr sonnig und kein Wind. Nur in Nyköbing haben wir ein Regenband abgewettert. Die Häfen waren alle brechend voll. Irgendwie haben wir immer einen Platz gefunden. 

Klintholm

Timmendorf auf Poel
Das war auch der Grund, warum wir nicht mehr nach Anholt gesegelt sind. Wir haben uns Livebilder über die Webcam in der Marina Anhold angesehen. Jeden Abend war der Hafen voll. Wir haben uns entschlossen nur einmal über den Öresund zu Segeln und nach Viken zu gehen. Ein schnuckeliges Örtchen mit einem langen Strand. Hier bekamen wir auch gefühlt den letzten Liegeplatz. Ab Viken ging es wieder Richtung Süden, der Heimat entgegen.

In Helsingör verbrachten wir ein paar Tage, sowie auch in Kopenhagen. Dort bekamen wir zwischendurch Besuch. In Dänemark schien man Corona nicht mehr zu kennen. Selten sahen wir Menschen mit Masken. Die Fußgängerzonen waren überall voll. Es wurde darauf geachtet, dass die Hände desinfiziert wurden. Ich dachte immer, dass der Virus sich im Wesentlichen über die Luft überträgt. Wir haben uns nicht angesteckt. In Kopenhagen war der Incidenzwert schon wieder über 120.
Der Wind frischte auf 5 -6 Bft aus West auf. Auf der Rückfahrt hatten wir oft Starkwind aus West. Mit ordentlich Speed ging es über Klintholm, Gedser, Timmerndorf auf Poel, Boltenhagen und Travemünde zurück nach Bad Schwartau. Es war ein richtig schöner Törn, der viel zu früh zu Ende ging. Ich hätte noch Wochen so weiter fahren können.

Sonnenuntergang in Gedser

Der August wurde schon sehr wechselhaft. Auf einem Wochentörn mit zwei Freundinnen erlebten wir wieder Sonne und Wolken im Wechsel. Wir machten uns eine schöne Zeit in der Lübecker Bucht. 

Mückenalarm auf Rügen
Im September blieb es wechselhaft, aber auch schon kälter. Mit zwei Freunden fuhr ich noch einmal eine große Runde über Dänemark und Rügen. Gerade auf dem Törn, wir wollten eigentlich bis Ystad, war der Wetterbericht sehr unzuverlässig. Für die zweite Woche war lange Zeit Ostwind angesagt. Für uns genau die richtige Prognose. Wir hatten in der zweiten Woche genau 5 Stunden östlichen Wind. Den nutzten wir um von Warnemünde nach Grömitz zu segeln. Danach kam schon wieder das nächste Tief mit SW 5-6 Bft. Hätten wir dem Wetterbericht geglaubt, wären wir in Ystad verhungert. Auch der Törn war sehr schön. 


Strahlsund von Oben

Während dieser Zeit organisierte ich schon das Ende der Saison. Im Rückblick war die Saison viel zu kurz. Nach diesem Jahr spüre ich wieder die Motivation auf eine längere Fahrt zu gehen.

Schleuse Ülzen nach Sonnenuntergang
Zurück am Sommerliegeplatz sagte ich meinen Sommerliegeplatz für das Jahr 2022 ab. Es soll doch noch ins Mittelmeer gehen.

Im Oktober fuhren wir wieder zu zweit über die Kanäle nach Castrop. Zunächst hatten wir viele bedenken wegen der oft defekten Schleusen und dem Hebewerk in Scharnebeck. Selten warteten wir so wenig. Vom Mast legen bis zur AMC - Marina lief alles reibungslos.

Jetzt liegt unsere Fata Morgana wieder an Land. Fast vergessen. Im Oktober bekamen wir dann doch endlich unsere neue Sprayhood. Endlich. Die Alte zerfiel schon bald.



wieder zurück in Castrop

die neue Sprayhood

Freitag, 3. Juli 2020

Wieder zu Hause - in Bad Schwartau

Heute sind wir die letzten Meilen von Neustadt nach Bad Schwartau gefahren. Hier befindet sich unser Sommerliegeplatz. Damit ist unsere lange  Reise zu Ende. Nach 14 Monaten und 10500 Seemeilen verlasse ich, ich hoffe für eine nur kurze Zeit, die Fata Morgana und fahre morgen zunächst nach Hause. Froh, dass alles so gut geklappt hat und auch ziemlich wehmütig. Es war eine unglaubliche Zeit mit sooo vielen neun Eindrücken, Erlebnissen, Herausforderungen.... 

Mal sehen wohin uns der Wind in Zukunft hin weht.



Dienstag, 30. Juni 2020

Cuxhaven, Brunsbüttel und über den NOK nach Rendsburg


Über ein Jahr ist es her, dass ich mit Thomas und seiner Fata Morgana den Beginn seiner langen Reise begleiten konnte. Damals war es nur die Fahrt vom Kanalkreuz Castrop-Datteln-Waltrop  und über den Wesel-Datteln-Kanal mit ein paar Schleusen bis Wesel.
Mit Interesse und Spannung hatte ich den Verlauf seiner Reise verfolgt. Der geplante Urlaub im August mit der Fahrt von Lissabon nach Faro war dann geplatzt, dank der Coronakriese. Mein Arbeitgeber genehmigte mir dann das Verlegen in den Juni und nun sollte es von Vlissingen bis Lübeck gehen.
Der Weg über den Wesel-Datteln-Kanal war im Vergleich nicht so anspruchsvoll wie der Weg von Cuxhaven, über die Elbe, in die NOK-Schleuse Brunsbüttel. Die Reiseplanung hier, und auch in der Woche davor, war immer abhängig von der aktuellen Tide. So konnte wir, mit dem zulaufenden Wasser aus der Nordsee, Motorkraft und Segeltuchfläche, elbeaufwärts Brunsbüttel ansteuern. Vorbei an der Berufsschifffahrt und begleitet von einigen Seglern kamen wir dann zu der großen Schleuse in Brunsbüttel. Große Frage zuerst: wo geht´s denn hier rein? Natürlich nicht da wo die großen Pötte reinfahren. Der Hinweis vom Schleusenwärter kam per Funk und rein ging es mit acht anderen Sportbooten in die alte Schleuse.
In der alten Schleuse Brunsbüttel

Direkt hinter der Schleuse lag dann auch schon unser Übernachtungsplatz in einem kleinen Yachthafen direkt am Schleusentor. Hier wurde uns später klar wie klein wir doch sind.
Zum Greifen nahe, ca. acht Meter, kamen hier die großen Containerschiffe an uns vorbei. Es war ein nicht ganz so stiller Liegeplatz aber doch sehr interessant. Zum Teil über 15000 Tonnen die durch unsere Kojen brummelten. Na dann mal gute Nacht.
Brunsbüttel liegt hier direkt an der Schleuse und wenn man entlang der Hauptgeschäftsstraße läuft hatte es den Eindruck, dass in einiger Entfernung ein Containerturm die Straße überquert. Auch hier im Ort das durchdringende Brummeln der Dieselmotoren.
Uns war nun Bewusst, dass wir den Tidenkalender an die Seite legen konnten. So konnten wir uns ganz entspannt für eine Abfahrtzeit am nächsten Morgen entscheiden.
Ziel Rendsburg. Der Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ca. 100 Kilometer lang, 10 Brücken, 14 Fähren, ca. 30.000 Schiffsbewegungen pro Jahr und zusätzlich rund 14.000 Sportboote. Eins davon sind wir nun. Mit dem Wind im Rücken und dem Motor, ging es dann los. Das Focksegel und der Machinenkegel wurden ausgepackt aber dann auch wieder eingepackt. Die Windrichtung im Kanal änderte sich ständig, sodass die Genua sich nicht entscheiden konnte Backbord oder Steuerbord zu liegen.
Am Nachmittag dann der Abzweig Obereider in Richtung Rendsburg. Das Anlegemanöver im Yachthafen Rendsburg unter Windböen von Steuerbord. Anspannung bei mir und auch bei Thomas. Windböe weg und rein in die Parkbucht. Hier wurde mir mal wieder bewusst, was beim Anlegen unter solchen Bedienungen passieren kann, wenn nur ein Handgriff daneben geht.
Brücke bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal
Drinnen, fest und nicht geschreddert. Fata Morgana, Thomas und ich entspannt und froher Dinge.
Rendsburg. Der Yachthafen 10 Gehminuten entfernt vom Zentrum der Altstadt. Die Marina 1a.
Hier kann man den Tag ausklingen lassen bei einem Gläschen Wein. Morgen kommt Horst und bringt uns schlechtes Wetter mit. Regen und Wind. Auch der Bahnhof ist nur ein paar Gehminuten entfernt und somit sollte das auch kein Problem sein.
Der Micha
Containerschiff aus Antigua neben unserem Kopfkissen


Sonntag, 28. Juni 2020

Über Norderney nach Cuxhaven

Der Törn von Borkum nach Norderney war recht einfach. Eine Strecke von 45 Seemeilen kann man sehr schnell fahren, wenn das Wasser in die gleiche Richtung strömt. Wir machten um 5 Uhr die Leinen los. Gleich nach der Hafeneinfahrt erfasste uns das ablaufende Wasser und wir fuhren mit 8,5 kn zur Ems. Im Osten hob sich die Sonne über den Horizont. An beiden Seiten der Bordwand gurgelte und strömte das Wasser. Eine wirklich tolle Stimmung. Es lohnt die Abfahrt in den frühen Morgenstunden.
Einfahrtsbalje Borkum
Unterwegs begrüßte uns die Küstenwache, die gerade von Norderney ausgelaufen war. Dadurch war für uns das verlegte Fahrwasser Richtung Hafen auf dem Plotter erkennbar. Mit dem Strom ging es zum Hafen Norderney. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Im Hafen musste sogar das Sonnensegel wieder aufgespannt werden.

Norderney auf Norderney
Norderney besichtigen wir drei Tage mit dem Rad. Die Restaurants waren geöffnet und wir konnten uns frei bewegen. Nur die Duschen waren auf 4 Std. limitiert, so dass alle in der Marina zwischen 8-12.00 Uhr sich am Badepoint tummelten. Wie dadurch die Infektionsmöglichkeit verringert wird, ist mir nicht klar. Die Insel war mäßig besucht - wird es mal richtig voll, ist es sicher nicht mehr so schön.
Weiße Düne

Gestern ging es wieder früh los. Um 6 Uhr fuhren wir aus dem Hafen Richtung Cuxhaven - DASS große Ziel seid Antigua! Immer wieder sagten wir uns, wenn wir erst einmal in Cuxhaven sind, dann haben wir es geschafft. Dieses Ziel haben wir jetzt seit zwei Monaten vor Augen. Ich war sehr gespannt wie es wird, wenn wir endlich in die Elbe einlaufen. Die Gezeitenberechnung habe ich sicher drei Mal gemacht. Gegen den Strom ist es nur mit ordentlicher Maschinenkraft möglich nach Cuxhaven zu kommen. Wir querten die Fahrwasser von Jade und Weser. Mein erster Törn in der Deutschen Bucht. Kurz vor der Elbe drehte der Strom und wir fuhren wieder mit 8,5 kn die Elbe hinauf. Die Sicht war sehr schlecht. Es zog ein Gewitter auf, die Luft war sehr feucht. Somit konnten wir gar nicht erahnen, dass wir uns in einem Fluss befanden.
Nach fast zwei Stunden Flussfahrt ging es in die Einfahrt der Marina Cuxhaven. In der Einfahrt musste ich noch auf die 4 kn Querstrom achten. Wieder mal einen Meilenstein erreicht. Wir in Cuxhaven - tolles Gefühl!
Kaum angelegt begrüßte uns die Crew der Titti 4, die den gleichen Weg von der Karibik aus gesegelt sind. Am Abend wurden wir vom 2. Vorsitzenden des Trans-Ocean-Vereins begrüßt.

Heute verlässt uns leider Alex. Gegen Abend versuchen wir noch in den Nord-Ostsee-Kanal zu kommen.

Norderney vom Leuchturm aus.

Weiße Düne

Angekommen: Marina Cuxhaven

Dienstag, 23. Juni 2020

Entlang der holländischen Küste nach Deutschland

Nach neun Tagen in Cadzand habe ich mich und auch das Boot er(über)holt. Meine Familie war vier Tage zu Besuch. Sehr schön alle mal wieder zu sehen. Nachdem Ute gegangen war, entstand plötzlich ein riesen Loch. 360 Tage verbrachten wir jeden Tag 24 Stunden miteinander. Meine Familie schaffte einen Ausgleich, den wir alle sehr genossen.
Seeschleuse Vlissingen
Das Boot habe ich komplett entpökelt und ordentlich sauber gemacht. Die letzte Reise hinterließ doch einige Spuren. Am Freitag verholte ich nach Vlissingen, um dort meine neue Crew in Empfang zu nehmen. Micha begleitet mich nun zwei Woche, Alex eine Woche.
Am Sonntag um 5 Uhr schellte der Wecker. Um noch mit dem Strom aus der Westerschelde zu fahren, war ein frühes Ablegen nötig. Der Schleusenwärter an der Seeschleuse öffnete sogleich die Tore. Nach 15 Minuten waren wir auf See. Das Wasser rauscht gleich mit 3,5 Knoten an der Ausfahrt vorbei. Durchs Oostgat ging es zügig in Richtung offene See. Untiefentonnen markierten unseren Weg entlang der holländischen Küste. Die erste größere Hürde: Zufahrt Europoort - größter Tiefseehafen Europas in Rotterdam. Aus drei Verkehrstrennungsgebieten laufen hier die Frachter ein und aus. Wir mitten drin! Eine definierte Passage markiert einen Weg zur Querung der Hauptverkehrszone durch Kleinfahrzeuge. Unser Motto: Einfach Kurs und Geschwindigkeit halten. Genau auf Höhe der Einfahrt kam uns dann doch ein griechischer Tanker sehr nahe und ließ Herzen höher schlagen. Dort und auf dem Weg bis einige Meilen nach Ijmuiden lagen sehr viele Frachter vor Anker. Kreuzfahrtschiffe warten hier auf das baldige Ende des Shutdown. In der Einfahrt nach Amsterdam, fuhr kein Frachter ein noch aus - sonst auch eine Hauptverkehrszone. Nachdem wir nördlich von Ijmuiden einen Windpark umfahren mussten, hatten wir endlich freien Seeraum vorm Bug – perfekt zum Sonnenuntergang. Zugleich ordentlich Wind und Welle ließ uns noch eine Schicht Kleidung auflegen. Die Nacht teilten wir uns sehr gut auf.
Auf der Höhe von Den Helder nahm der Schiffsverkehr wieder ordentlich zu. Micha hatte dort einiges zu beobachten. Fischer fuhren sehr nah heran und auch ein Tauchboot kurvte auf unserer Kiellinie. Dank der kürzesten Nacht des Jahres wurde es schnell wieder hell und es erwartete uns ein schöner sonniger Tag. Als uns die Strömung wieder entgegen lief, wurde klar, dass es heute zu knapp wird Norderney zu erreichen. Also gegen den Strom in die Ems und ab nach Borkum. Die letzten zwei Stunden waren ein Geduldsspiel. Mit 3,8 kn am Hauptstrand von Borkum vorbei und nur noch schnell ankommen war das Ziel. Im Hafen lagen bereits Päckchen mit je vier Yachten an der Gastlieger-Brücke. Eine Yacht lag allein, da die Crew um 3 Uhr in der Nacht weiter wollte. Die Zeit schreckt sicher ab uns aber nicht!
Der Hafen Borkum wird für die Versorgungsschiffe der Windparks genutzt und ist oft laut und wenig attraktiv. Dafür hat unsere Insel-Radtour bei bestem Wetter viel Spaß gemacht.

Und morgen heißt es Borkum ade – Norderney juchee.





Hafen Borkum

Das Borkumer Inselbähnchen

Seehunde vor Borkum